Rettung einer eingeschlossenen Person mit einer Fluchthaube
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25. April 2002
Rauchmelder retten Leben
von BOK Johann Zimmermann
 
Unter besonderem Hinweis auf den tragischen Todesfall in Zusammenhang mit dem Wohnungsbrand in der Stafflerstraße, möchte die Feuerwehr Innsbruck besonders auf die bereits 2001 gestartete Initiative "Rauchmelder retten Leben" hinweisen.
Unter besonderem Hinweis auf die Brandereginisse in den letzten Tagen, vor allem aber auf den tragischen Todesfall in Zusammenhang mit dem Wohnungsbrand in der Stafflerstraße, möchte die Feuerwehr Innsbruck besonders auf die bereits 2001 gestartete Aktion "Rauchmelder retten Leben" hinweisen.
Speziell in den Nachtstunden steigt das Risiko an einer Rauchgasvergiftung infolge eines unmittelbaren Brandereignisses zu sterben enorm an, da der Geruchssinn im Schlaf deaktiviert wird.
Bereits bei einem Schwelbrand entstehen neben dem Kohlenmonoxid hochgiftige Rauchgase, welche zur Bewußtlosigkeit und schlußendlich zur tödlichen Rauchgasvergiftung führen.
Heim-Rauchmelder können in solchen Situationen Leben retten, vermutlich hätte bei dem Wohnungsbrand am Samstag, 20.4.02 auch der 30-jährige Student bei Vorhandensein eines s.g. Home-Melders überlebt.

Rauchmelder retten Leben


Es ist mitten in der Nacht, Sie schlafen seelenruhig und in der Wohnung beginnt es zu brennen. Wenn Sie glauben, daß Sie rechtzeitig aufwachen bzw. den Rauch im Schlaf bemerken, dann irren Sie sich!
Ihr Geruchssinn ist im Schlaf ausgeschaltet, durch die giftigen Rauchgase verlieren Sie Ihr Bewußtsein.
Die Todesursache von zwei Drittel aller Brandopfer bei Haus- und Wohnungsbränden ist auf Rauchgas-vergiftungen zurückzuführen.

Brandursachen


Brände entstehen nicht immer durch offenes Feuer oder durch nicht abgelöschte Zigaretten. Oftmals sind es auch technische Defekte oder die unsachgemäße Verwendung von elektrischen Haushaltsgeräten, welche zur Ursache der Katastrophe führen. Brandauslöser Nummer eins sind vor allem Heizgeräte, die zu nahe an brennbaren Materialien wie Vorhängen oder Holzverkleidungen betrieben werden.
Bevor die ersten Flammen sichtbar werden, entstehen bereits bei einem Schwelbrand - hervorgerufen, wenn z.Bsp. eine brennende Zigarette zwischen die Polsterung einer Sitzgarnitur rutscht – giftige Rauchgase. Wer im Schlaf überrascht wird, kann vor allem durch das gefährlichste Rauchgas, dem Kohlenmonoxid (verminderte Sauerstoff-Aufnahme, Bewußtlosigkeit) ohne Hustenreiz ersticken.

Tödlicher Brandrauch


Rund 20 Österreicher sterben jährlich durch Rauchgasvergiftungen bei ca. 3000 Haus- und Wohnungsbränden! Wer aber in einer frühen Brandphase durch einen lauten Warnton selbst aus tiefem Schlaf alarmiert wird hat die Chance, sich und seine Angehörigen zu retten, die Feuerwehr zu verständigen und/oder den Brand mit Mittel der Ersten Löschhilfe selbst zu bekämpfen.
Rauchmelder können in solchen Situationen Leben retten !

Funktion von Rauchmeldern


Das Herzstück des sogenannten Home-Melders ist die Rauchkammer, welche nach dem Streulichtprinzip arbeitet. In periodischen Abständen von ca. 10 Sekunden wird ein Lichtstrahl innerhalb der Kammer erzeugt, welcher bei Eintreten von bereits kleinsten Rauchpartikeln reflektiert und auf eine Fotozelle trifft.
In diesem Fall wird elektronisch mittels Summer ein Alarm ausgelöst, der mit ~85 dB selbst bei geschlossenen Türen auch außerhalb des Raumes, in welchem der Melder installiert ist, weithin hörbar ist.
Homemelder sind batteriebetrieben und funktionieren daher auch bei Stromausfall. Die Verwendung von 9 Volt Alkaline-Batterien gewährleisten eine Betriebsdauer von 2-3 Jahren, ein Testknopf ermöglicht die regelmäßige Überprüfung der Funktions-bereitschaft.

Wo sollten Rauchmelder installiert sein?


Als Grundschutz sollte zumindest in jeder Wohnung, bzw. bei mehrgeschoßigen Wohnungen oder Privathäusern in jeder Etage, 1 Melder installiert werden. Darüber hinaus empfiehlt sich die Installation von zusätzlichen Rauchmeldern in gefährdeten Bereichen, wie z.Bsp. im Kinderzimmer oder am Dachboden.
Die meisten erhältlichen Rauchmelder können mittels Kabel untereinander vernetzt werden, sodaß bei Alarm eines Melders alle anderen Melder durch die elektrische Aktivierung mitalarmieren. Das Treppenhaus oder der Flur als Schnittpunkt zwischen Wohn- und Schlafbereich eignen sich am besten zur Melder-Installation. Rauchmelder gehören grundsätzlich an die Decke (Brandrauch steigt nach oben), bzw. in Raummitte montiert. In Küchen ist zwischen Herd oder anderen Emissionsquellen ein Mindestabstand von 4 Meter zur Vermeidung von Fehlalarmen einzuhalten. Gute Markengeräte verfügen über einen Montageteller auf dem das Gerät arretiert wird, das Befestigungsmaterial (2 Schrauben und Dübel) ist grundsätzlich im Lieferumfang enthalten.

Darauf sollten Sie beim Kauf eines Rauchmelders achten:


 Geprüft nach Europa-Norm EN ISO 12239
 Optisches bzw. fotoelektrisches Detektionsverfahren
 Lauter durchdringender Alarmton (85 dB/ 3m)
 Keine Verwendung von radioaktiven Präparaten
 Testknopf zur Überprüfung der Funktionsbereitschaft
 Batteriewechselsignal

Weitere Informationen


Für weitere Informationen zu den Themen „Rauchmelder“ und „Brandschutz im Haushalt“ stehen Ihnen die Mitarbeiter der Berufsfeuerwehr Innsbruck – Vorbeugender Brandschutz gerne zur Verfügung.
Telefon: 33 6 59/ 131, 33 6 59/125, Fax: 39 11 66, 33659/184
e-mail: j.zimmermann@magibk.at

Verkauf


Funktionsgeprüfte Geräte erhalten Sie im Fachhandel für Brandschutztechnik, bei Elektrounternehmen, sowie in den Fachabteilungen von Baumärkten und Waren-häusern.
Darüber hinaus bietet die Berufsfeuerwehr Innsbruck als Serviceleistung für die Innsbrucker Bevölkerung geprüfte Rauchmelder vom österr. Bundesfeuerwehrverband zum Preis von € 28 zum Verkauf an.

BOK Johann Zimmermann
Berufsfeuerwehr Innsbruck

Hunoldstraße 17, 6020 Innsbruck • [Für E-Mail-Kontakte hier klicken]