Blick von der Hungerburg (Rosnerweg) auf Innsbruck Richtung Süden
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05. Oktober 2008
Igls am 25. August 1883 nahezu vollständig abgebrannt
von Markus Strobl, Bilder von Martin Weber, Chronik von Gerhard Mayregger
 
Meldung an Dr. Platzgummer zu Beginn des Festaktes
Pfarrer Magnus Roth während dem Gedenkgottesdienst
Aufstellung während dem Gedenkgottesdienst
Abodnungen der Feuerwehren bei der Defilierung
Musikkapelle Igls-Vill
Schützenkompanie Igls-Vill
Zum Gedenken an den Dorfbrand von Igls vor 125 Jahren versammelten sich die Igler Vereine sowie die Feuerwehren aus Innsbruck und dem Abschnitt Lans.
Kommandant Mayregger ließ dabei für alle Anwesenden die Geschehnisse in jener denkwürdigen Nacht Revue passieren, indem er aus dem Bericht auf dem damaligen „Bote für Tirol“ Nr. 169/1883 zitierte:

Heute kurz vor Mitternacht brach mitten im Dorf im Haus Nr. 6 „Garen“ (heutiges Haus Hilberstr. 4) ein Feuer aus. Es waren ungünstige Verhältnisse, wie Trockenheit und leicht föhnig. Das Feuer griff sehr rasch um sich sodass 14 Häuser in Schutt und Asche gelegt wurden. Und zwar vom Hause der Baronin Penz, dem „Schallerhof“ auf der ganzen rechten Seite bis zum „Salmer“ (Wopfner) gegenüber vom „Altwirt“.
Und auf der linken Seite alle Baulichkeiten bis zur Kirche, wo noch Stühle und Altar gerettet wurden. Von der Kirche ist der Turm ausgebrannt, das Turmdach und die Glocke stürzten ab. Nur die Kanzel blieb erhalten.

Der „Dureggerhof“, „Altwirtshaus“, „Luittascherhof“ und „Loingerhof“ und das Vorsteherhaus wurden gerettet.
Die Feuerwehr von Innsbruck bemühte sich besonders um die Erhaltung vom „Angererhaus“ vom Kaminfeger für Souviet und Christiamus welche sich verdient gemacht haben.

Menschen waren keine zu beklagen, Vieh und Fahrnisse zum Teil gerettet.
Um halb zwei Uhr kamen die Feuerwehr von Innsbruck, Wilten, Vill, Lans, Sistrans, Patsch, Mutters und Natters zu Hilfe.
Um acht Uhr in der Früh brannte es noch in allen Ecken. Zu beklagen waren alle Ökonomiegebäude, da das Heu, Grumet und Kornernte verbrannten. Der Aufenthalt der Sommerfrischler fand ein jähes Ende.

Über die Ursache des Brandes wurde erzählt, dass ein Herr mit Kind im Haus Nr. 6 genächtigt hat, der vergaß die Lampe auszulöschen.


Aufruf an alle:

Welche die Verhältnisse auf dem Mittelgebirge kennen, werden gebeten um wohltätige Gaben für die Abbrändler zu spenden. Zur Verteilung wurden folgende Personen gebeten:
Dr. Duregger, Advokat
Dr. Othmar Riccabon, K u K Notar
Kunsthandlungen Gidua, Reis und Unterberger
der Gemeindevorsteher Alois Jordan, Gemeinderat Johann Spörr und Josef Pittl

Gespendet haben:
Die Herzogin von Abencon 300 Gulden
Das Stift Wilten 100 Gulden

Die Zeichnung vom Brand, angefertigt von Toni Grubhofer war erhältlich um 20 Kronen.


In seiner Rede betonte Vizebürgermeister Dr. Platzgummer die Wichtigkeit eines solchen Gedenkens, dass man aber auch auf Katastrophen vorbereitet sein muss; und Innsbruck probiert hier seit einigen Jahren sein bestes, um auf viele mögliche Szenarien wie Erdbeben, Hochwasser, Stromausfall,… vorbereitet zu sein. Trotzdem solle in seinen Augen aber auch nie auf das Gottvertrauen im Vorhinein vergessen werden, wie es eben Pfarrer Magnus Roth in seine Worten während der Gedenkmesse erwähnte.

Bezirkskommandantstv. Walter Laimgruber begnügte sich in seinen Grußworten auf die Schilderung der ausgezeichneten Fähigkeiten der Feuerwehr Igls und der Innsbrucker Feuerwehren allgemein und auf die perfekte Ausrüstung mit Fahrzeugen und Gerätschaften, wozu er auch den Dank an die Stadtführung aussprach.

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